Masters 2018

Sa, 6. Okt. 2018 20:00 Uhr
06.10.2018 20:00:00

Einzelturnier, 16 Teilnehmer
Gewinner: Mark Lang Saorin

Master 2018 - Mark Lang Saorin holt sich den Titel

Mark Lang Saorin gewinnt das Masters 2018!
Der 20 jährige Spanier hat sich im Endspiel gegen Überraschungsfinalistin Wiebke Becker knapp mit 1:0 durchgesetzt und sicherte sich damit seinen ersten großen Titel im Einzel und seinen ersten Turniersieg seit zwei Jahren.
Der Heidelberger klettert somit in der Einzelrangliste auf Rang vier und ist nah genug an dem Spitzentrio, um dieses in der kommenden Saison abzulösen. Darüber hinaus überholt er Felix Böll und ist die neue eins seines Trios.
Nach dem Turnier bedankte sich der Heidelberger bei allen, die ihm den Weg an die Spitze ermöglicht haben: "Ich danke meinen Eltern und Luna (sein Hund). Danke auch an die NBPL, ihr seid geil." Der zweite Masters-Sieger der NBPL ist geboren.

Stimmung auf dem Hochpunkt

Das Masters 2018 fand im MartenPally statt und war somit nach dem Masters 2017 erst das zweite Indoor-Turnier der NBPL-Geschichte. 16 Teilnehmer und ausgewählte Zuschauer sorgten für eine ausgelassene Stimmung, insbesondere bei den Match- Highlights. Inmitten des Hexenkessel des Texas-Viertels waren die beiden Turniertische zentral platziert, was den Zuschauern eine perfekte Sicht auf beide Courts ermöglichte. So hat keiner was verpasst. Dass die Nachbarn sich mehrmals beschwerten, war dabei ein gutes Zeichen.

Favoritensterben

Als charakteristisch für dieses Turnier wird einem wohl für immer das große Favoritensterben in Erinnerung bleiben. Als die vier Topfavoriten sind die Marten-Brüder, Titelverteidiger Andreas Grünwald und der zuletzt groß-aufspielende Tim Schörghofer in’s Rennen gegangen. Die ersten drei scheiterten in der Gruppe, Tim Schörghofer im Viertelfinale. Mitfavoriten wie Tobi Erger und Laurenz Baaß scheiterten ebenfalls früh. Und so kam es, dass nur ein top ten Spieler das Halbfinale des Masters erreichte, das Stephan Schaumann, Nico Honso, Mark Lang und Wiebke Becker unter sich ausspielten

Viele Highlights

Was jedoch auch auf ewig im Gedächtnis bleiben wird, sind die große Anzahl an Highlights, die das Turnier geliefert hat. Der erste große Marker fand in Gruppe A statt, als eine Regellücke entdeckt wurde. Andreas Grünwald trat gegen Wiebke Becker an. Grünwald verlor das erste Spiel und war enorm unter Druck. Als er 4:2 führte, passierte was unglaubliches. Becker traf den vordersten Becher, Grünwald pustete ihn um. Was dann geschah, ist in den Regeln ungeklärt. Der Ranglistenerste entschied sich dazu, den Becher leer für den zweiten Wurf Beckers wieder hinzustellen. Becker traf erneut den vordersten, der Becher fiel um - der Treffer zählte. Und prompt hatte der Star der Beertles nur noch einen Cup zu treffen. Sie verpasste enorm knapp, Grünwald traf daraufhin die beiden übrigen Cups. Dann der Nachwurf: Der Ball drehte sich am oberen Rand des Cups und fiel heraus. Grünwald siegte glücklich mit 1:0. Währenddessen trifft Schörghofer auf dem Platz daneben den letzten Cup gegen Honsowitz, welcher wiederum im Nachwurf mit zwei Bällen in den selben Becher konterte und sich das Unentschieden sicherte. Die Menge kam aus dem toben nicht mehr raus.
Danach trat Becker erneut in Gruppe A an und forderte Leo Marten, der sein erstes Match gegen Schaumann verlor. Schaumann fegte den Lokalmatador mit 5:0 vom Platz und sorgte für eine der größten Überraschungen des Abends.
Marten führte 3:2, als Becker zum Todesstoß ansetzte. Sie traf beide Bälle in den vordersten Becher und beendete so die Träume von Marten auf eine Heimsieg. Danach schlug sie Schaumann und katapultierte so den bangenden Grünwald aus dem Turnier, der bei einem Unentschieden weiter gewesen wäre. Die Titelverteidigung war beendet.
Danach folgte einer der dramatischsten Momente des gesamten Turniers. Marten und Baaß spielten ihr letztes Gruppenspiel gegeneinander aus. Heiko Bauer stand in dieser Gruppe bereits als Sieger fest, Erger war als vierter ausgeschieden. Theo Marten und Laurenz Baaß, die beide mit einem Sieg beim Masters der erste Spieler werden könnten, der den NBPL-Slam vollendet, hatten jeweils drei Punkte. Der Kapitän von Pong Voyage traf jedoch einen Cup mehr im Verlauf des Turniers, weshalb Marten nur ein Sieg weiterbringen würde.
Es steht 2:2, Marten hat den Ball. Der Neu-Mannheimer hatte sich zuvor eine Pyramide gestellt und einen der hinteren Cups getroffen, was ihm eine günstige Position verschaffte. Baaß stellte sich riskant die Raute und traf beide mittleren, eine unglückliche Lücke zwischen seinen beiden übrigen Cups stellte sein Handicap dar.
Marten setzt zum Wurf an, zuvor riefen ihm seine RUM-Mitglieder „IDEMO“ zu. Er trifft den ersten Wurf. Und er trifft den zweiten. Marten hat das Ding - glaubt man zumindest, wenn man die Menge sieht.
Theo, wie er von Freunden genannt wird, ermahnt die Crowd zur Ruhe, DENN: Baaß hat noch den Nachwurf. Und wie oft wurde zu schnelle Freude bestraft. Der Lehramt-Student nimmt die Bälle in die Hand und verwandelt den ersten Wurf. Dramatischer hätte es nicht sein können. Dieser eine Wurf entscheidet darüber, wer weiterkommt. Entweder Marten, der im heimischen Keller alles andere als ein Aus in der Gruppe einkalkuliert hat, oder Baaß, der bis dahin eine wirklich enttäuschende Saison gespielt hat. Baaß atmet durch, holt aus, wirft, und…… der Ball touchiert die vordere Kante des hinteren Bechers und flacht von da auf das Bier ab. Es gibt kein Halten mehr. Baaß ist weiter, der zweite von RUM ist raus.
Das wohl beste Match des Abends fand kurz danach im Viertelfinale statt.
Baaß gegen Becker.
Es steht 3:1 für Becker, ein Cup trennt sie vom Halbfinale. Baaß hat andere Pläne, er trifft beide Cups in den selben Becher und beendet das Ding - oder?
Becker setzt zum Nachwurf an und schickt das Match in die Verlängerung. Sie erhält die Bälle und eröffnet die OverTime beim üblichen Stand von 3:3. Es scheint als müsse sie sich gedacht haben: was du kannst, kann ich auch. Die Mixed-Siegerin dieses Jahres ballert beide Bälle wie schon gegen Grünwald und Marten in den vordersten Cup und der für den zweiten Wurf stillstehende MartenPally rastet komplett aus. Baaß setzt im Nachwurf keinen Stich mehr und Tim Kahnert, der seiner Freundin und seinem besten Buddy Baaß von der Tribüne zusah wusste garnicht, wie ihm geschah. Seit diesem Samstag nennt man es zurecht „den wibs“, wenn beide Bälle im vorderen Becher landen.
Doch DER MOMENT des Masters sollte erst noch folgen.
In der Spielpause zwischen Viertel- und Halbfinale forderte Flo Lammer Tim Neuthinger, der im Viertel an Honso gescheitert war und zuvor in der Gruppe zwar das Bruder-Duell gegen Felix Neuthinger verlor aber dafür Mark Lang schlug, für seinen Platz in der Pyramide.
Als „Neuthi“ nur noch einen Cup zu treffen hatte betrat um 23:10 Uhr Libuda (Dieter M.) zufällig den Saal. Neuthinger forderte den Altmeister auf, seinen letzten Cup für ihn zu treffen. Libuda setzte an, verfehlte zunächst knapp und verwandelte dann den Becher.
Selten ist die Menge so eskaliert.

Das Beste Turnier jemals?

Nun die große Frage: war das Masters 2018 das Beste Turnier jemals? Der GOAT unter den Turnieren?
Geht man nach der Stimmung, dann nein. Klar, die Atmo war unglaublich, aber an das was Jochen S. und die Teacher 2016 veranstalten haben, kommt nichts heran. Geht man nach den spielerischen Highlights… schauen wir mal!
Noch nie wurden so viele Nachwürfe getroffen, so viele Konter gesetzt und so viele denkwürdige Matches gespielt, wie an diesem sechsten Oktober 2018. Becker gegen Grünwald, Baaß gegen T. Marten, Becker gegen Baaß oder auch Schaumann gegen L. Marten und natürlich das knappe Finale sind jetzt schon NBPLClassics (auch wenn es von der Dramatik nicht an das Finale der Meisterschaft dieses Jahres herankam).
Aber auch die vielen Überraschungen, wie ein Schaumann oder eine Becker und zuletzt auch der Überraschungssieger Lang machten das Event so einzigartig. Noch nie begegneten sich alle Teilnehmer derart auf Augenhöhe, so zum Beispiel in Gruppe D, wo auch ein Manuel Fleischmann am Ende das Viertelfinal-Ticket hätte buchen können. Jedes Match schrieb seine eigene Geschichte. Wie in Gruppe C, wo es schien, als seien Lang, Mischke und die beiden Neuthis komplett gleichwertig.
Deshalb bleibt zu sagen: Ja, spielerisch war es das Beste Turnier der NBPL-Historie.

Blick auf die Pyramide

Nun ist die Saison endgültig in ihrem Winter angekommen und die Spieler haben die Möglichkeit, sich in ihrer OffSeason auf die neuen Herausforderungen in 2019 vorzubereiten.
Ein Datum sollte dennoch im Hinterkopf bleiben: der 31.12.2018.
Um 23:59 stehen nämlich die Kandidaten für die PlayOffs der PyramidenLiga fest. Seit Samstag wird diese wieder von Schörghofer angeführt und würde heute ein Cut gemacht werden, hieße die erste Runde der Playoffs so:
Tim Schörghofer als eins gegen Leo Marten an acht,
Andreas Grünwald an zwei in der Neuauflage des Gruppenspiels gegen Wiebke Becker an sieben, die drei Laurenz Baaß gegen die sechsTobi Erger und zuletzt die vier gegen die fünf, Felix Böll gegen Theodor Marten.
Bis zum 31.12 kann sich in der Rangfolge jedoch noch einiges tun und so hoffen wir, dass es weiterhin spannende Forderungen und viel Rotation in der Liga geben wird.

Danke für die Saison und bis zu den PlayOffs!
Eure NBPL