Masters 2019, der Favoritencheck

Es ist wieder soweit, das Masters steht zum dritten Mal an. Gesucht wird der Nachfolger von Lang Saorin, der sich nicht qualifizieren konnte.
Natürlich sind beim Event der besten 16 Spieler/innen wieder einige Hochkaräter der Liga dabei, die sich Kopf an Kopf messen werden. Hier (unabhängig von der Auslosung, die kommenden Samstag stattfinden wird) ein kleiner Favoritencheck, gestartet mit den Topfavoriten:

Tim Kahnert - kommt die Topform nochmal?

Angefangen mit Kahnert, der dieses Jahr die meisten Punkte holte.
Kahnert befindet sich seit seinem Hoch im Sommer wieder in normaler, aber nicht überragender Form. Seine Pyramidenquote in den 10 Wochen seit der Meisterschaft ist mäßig und dürfte bei 50-60 % liegen. Nichtsdestotrotz gehört Oli, wie er von seinen Freunden genannt wird, zu den top Anwärtern.

Laurenz Baaß - Momentum auf der Seite

Baaß konnte sich bei der Meisterschaft aus seinem seit zwei Jahren andauernden Tief befreien und den begehrtesten Titel ein zweites Mal gewinnen. Dort bewies er zwar Führungsqualitäten, jedoch war er nicht unerheblich auf Shooter Isiksal angewiesen. Seither befindet sich Baaß jedoch auch im Einzel in starker Form. Nachdem er in den beiden vergangenen Jahren jeweils im Viertelfinale gescheitert ist, dürfte der Lehramt-Student jetzt besonders heiß sein.

Timo Endres - Historisches trotz Heimfluch?

Endres könnte in seiner zweiten NBPL-Saison historisches gelingen. Er könnte zum ersten Spieler werden, der den NBPL-Slam vollendet. Zwar können Baaß und Marten das auch, jedoch würde Endres das Wunder in einem Jahr schaffen, also den Golden NBPL-Slam, nachdem der Weinheimer dieses Jahr bereits den MaiCup und das Duo-Turnier gewonnen hat. Jedoch gibt es, neben den Gegnern, einen großen Gegner: den Heimfluch. Sowohl die beiden Märten-Brüder im vergangenen Jahr als auch Haas 2017 boten für das Masters ihre Häuslichkeiten an und flogen dann in der Gruppenphase. Dürfte sich Endres davon unbeeindruckt lassen, hat er beste Chancen auf den Sieg.

Andreas Grünwald - Formhoch seit der Meisterschaft

Grünwald befindet sich seit der bitteren Meisterschaft im Hoch. Zwei Monate führte er die Pyramide bis letzte Woche an und konnte den Spitzenplatz in neun (!) Forderungen gegen Baaß, Heinrich, Kahnert und Marten verteidigen. Sogar sein zweites perfektes Spiel warf der Frankfurter Student. 2017 gewann er eher als Mitfavorit den Titel, 2018 scheiterte die eins der Rangliste als Topfavorit kläglich. Es ist also offen, ob er wieder nicht mit dem Druck des Topfavoriten umgehen kann. Sollte Grünwald jedoch die Gruppenphase überstehen und sich eingespielt haben, wird er schwer zu stoppen sein. Zu Turnierbeginn ist er dafür angreifbar.

Neben den vier Topfavoriten aus dem ersten Lostopf gibt es jedoch auch einige Mitfavoriten:

Tim Schörghofer - die Wundertüte

"Schörgi" muss jeder auf dem Zettel haben. Aus dem Nichts kann der Ranglistenzweite aufdrehen und ein Spiel im Handumdrehen gewinnen. 2017 nur einen Cup vom Titel entfernt will der 21- jährige jetzt angreifen und sich endlich den ersten Titel abseits des Trios holen. Allerdings war Schörghofer letztlich nicht viel in der Pyramidenliga unterwegs und steht aktuell nichtmal auf einem PlayOff-Platz. Deshalb herrscht ein großes Fragezeichen um seine Wettkampfform.

Sebastian Heinrich - bereit für den großen Wurf?

Auch wenn Heinrich spielerisch zur Zeit auf einer Stufe mit beispielsweise Kahnert stehen dürfte, ist mehr als fraglich, wie er im Masters funktioniert. Bisher hat er in seiner relativ jungen Karriere nur ein Finale gespielt und keinen Titel geholt. Ob Heinrich deshalb dieses Jahr schon in der Lage sein wird, weit im Masters zu kommen, bleibt abzuwarten. Dennoch muss man mit ihm rechnen.

Theo Marten - aufsteigende Form

Marten macht seit dem Masters gute Schritte zur alten Topform und stand seither zwischenzeitlich auf der eins der Pyramide. Allerdings ist er in Lostopf drei und könnte somit eine sehr harte Gruppe erwischen. Deshalb muss abgewartet werden, ob er die Gruppe übersteht, bevor er zu den Topfavoriten gezählt werden kann. Ab der K.O.-Phase wird Marten aber schwer zu schlagen sein.

Neben den genannten sieben klaren Favoriten gibt es jedoch noch einige weiter Spieler, die man nicht unterschätzen darf.
Lammer, der dieses Jahr ein perfektes Spiel auflegte, kann mit seiner enormen Scoring-Power jedem gefährlich werden. Allerdings ist er nach der Meinung vieler Experten eher dafür gut, überraschend einen guten Spieler zu schlagen. Jedoch wird er nicht in jedem Match eine starke Performance auflegen, weshalb der Turniersieg schwer werden dürfte.
Ein weiterer Spieler mit guter Chance ist Diekmann. Sein altbekanntes Problem der Ausdauer ist im Einzel jedoch weitaus schwerwiegender als im Trio. Dennoch wird er, vor allem in der Gruppenphase, jedem Gegner Probleme bereiten.
Isiksal und Erger haben oft bewiesen, dass sie groß aufspielen können. Allerdings steht auch hinter deren Form ein großes Fragezeichen, speziell da sie seit der Meisterschaft kein Wettkampf- Match mehr bestritten haben.
Der Held der letzten Meisterschaft Lippmann wird spätestens jetzt von niemandem mehr unterschätzt. Doch muss man es so sehen: mit der Leistung vom Mixed-Finale hätte er jeden Spieler auf der Welt geschlagen. Ob er das jedoch so nochmal schafft ist mehr als fraglich.
Falkenstein und Kühr gehören eher zu den Außenseitern. Allerdings haben sie schon mehrmals gezeigt, dass sie nicht unterschätzt werden dürfen.
Und auch die beiden Damen Grießhaber und Lang Saorin sind eher der Außenseiterrolle zuzuordnen. Jedoch werden sie sich Beckers Leistungen vom letzten Jahr zum Vorbild nehmen und wer weiß, vielleicht schaffen sie ja auch den Run bis in’s Finale.

Auch wenn einige große Namen wie Felix Böll, Titelverteidiger Lang Saorin oder Wiebke Becker, die uns letztes Jahr wohl am meisten Freude bereitet hat, fehlen, verspricht das Masters Beerpong auf höchstem Niveau und große Spannung.
Marten oder Schörghofer könnten Grünwald nach zwei Jahren endlich von der eins ablösen. Baaß und Marten könnten den NBPL-Slam vollenden und Endres sogar den Golden NBPL-Slam.
Ob das Masters vom Level und den Highlights an das letzte rankommen wird? Keine Ahnung. Sind wird mal ehrlich, das letztjährige Masters war allüberragend.
Trotzdem werden sich die besten dieser Saison messen, und das in einem Turnier, das mal wieder so offen ist, dass Prognosen kaum getroffen werden können.
Wir sind gespannt und freuen erstmal auf die Auslosung und dann natürlich auf den Abschluss der Saison.

Bis dahin, gutes Training.

Zuletzt aktualisiert: 23. Dezember 2020